SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

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97980 Bad Mergentheim

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Erfahrung schon seit 1987
Für Mitglieder gesetzlicher Kostenträger bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie

LYME-KRANKHEIT
weiterer Suchbegriff: Lyme

Für das Wort Lyme-Krankheit sind noch andere Sch reibweisen gebräuchlich: Lymekran kheit und Lyme Krankheit.

Die Lyme-Krankheit wird auch als Lyme-Bor rel iose bezeichnet oder einfach nur als Lyme.

Zur Geschich te der Lyme-Krankheit
Die
Lyme-Krankheit ist erst seit 1975 bekan nt. Grund war ein gehäuftes Auftreten von ähnlichen Kran kheitsbildern in der Gemeinde LYME in Connecticut (USA). Die Patienten hatten vor allem eine Ge meinsamkeit: Sie wurden von Zec ken befallen bzw. erlitten einen Zecken biß (Zecken stich).

Die ersten Krankhei tszeichen der Lyme Krankheit traten in der Reg el erst 2-3 Tage s päter auf. Es zeigte sich um die Ein stichstelle eine auffallende Rötung, die sich immer mehr ausdehnte, das so genannte Er ythema chron icum m igrans auch Wande rröte oder Ring röte genannt. Zudem berichteten die Patienten über ein starkes Müdigkeits-, und Schlappheitsgefühl. Zusätzlich wurden Mus kelschmerzen und grippeähnliche Symptome (= Krankheitszeichen) geschildert. Ca. 80% der Patienten hatten Wochen nach den ersten Zeichen Herz probleme. Monate später entwickelten ca. 60 % der Bet roffenen eine Arthritis (= Gelenk entzündung), die sog. Lyme-Arthritis, die sogar Jahre später immer wieder aufflammte. Ein Teil der Patienten entwickelte Monate und Jahre nach der Borrelien infektion neurologische und psychiatrische Symptome (15-20%).

Erst 1984 gelang es dem Wissenschaftler Willi Burgdor fer das Bak terium zu isolieren und zu erforschen. Der Erreger der Lyme Krankheit bekam einen Namen: Borrel ia-Burgdorferi.
Die Borrel ien sind der Familie der Spiroch äten (speira = Windung) zugeordnet und sind korkenzieher- oder schraubenförmig . Die Erreger haben eine „familiäre Bekanntschaft“ zum Syphilis erreger, daher auch die frühere Bezeichnung „Syphi lis aus dem Wald“.
Das besondere und auch zugleich hei mtückische an dem Erre ger ist, dass er sich nicht nur über den Blut weg, sondern auch über sämtliche Körpergewebe und Flüssigkeiten ausbreiten kann. (Daher ist eine Labor diagnostik im Anfangsstadium der Krankheit oft fehlerhaft.)

Die Übertragung
Die
Lyme Krankheit wird zum größten Teil von Zec ken übertragen. In Eu ropa ist es die Sch ildzecke (I xodes-ricinus) oder auch gemeiner Holzboc k genannt. In den USA  ist es hauptsächlich die Hirsc hzecke oder Ixod es-scapul aris (dam mini). In neuester Zeit werden auch Brem sen und Läu se als Überträger vermutet. Der Haup tüberträger ist jedoch die Zec ke.
 Saugende Zecke:
Quelle: www.onmeda.de

Die Zec ke gehört zu den Spinnent ieren und hat vier verschiedene En twicklungsstadien: 

  1. Das Ei - für die Über tragung uninteressant. 

  2. Die Lar ve (0,5 mm groß) - braucht zum Erreichen des nächsten En twicklungsstadiums einen Wirt (In der Regel kleine Säuger wie Mäuse oder Igel) 

  3. Die Nym phe (1-1,5 mm groß) - braucht wieder zum Erreichen des nächsten Entwicklungsstadiums einen Wirt. Jetzt kommt neben größeren Säugern auch der Mensch ins Spiel. In dieser Phase können schon Erreger übertragen werden. 

  4. Die ausgewachsene oder adulte Zecke (2-4 mm groß) braucht wieder einen Wirt und damit eine Blutmahlzeit. In dieser Phase ist wieder eine Übertragung möglich

Die Zecke sucht auf ihrem Wirt eine geeignete Stelle, um dann mit ihrem Saugapparat die Haut zuerst aufzuschneiden und danach den Saugrüssel, der mit Widerhaken versehen ist in die Haut zu stechen. Man spricht also nicht, wie es irrtümlich angenommen wird, von einem Zeckenb iss, sondern von einem Zeckenstich! Während des Einstechens in die Haut geben die Zec ken einen im Speichel enthaltenen Stoff in die Haut, der sowohl die Stelle betäubt als auch das Blut dünnflüssiger macht. Daher werden viele Zeckenstiche erst gar nicht entdeckt.
Das Bakterium Borellia burgdorferi kommt aber erst nach einem Saugvorgang von 36 Stunden in den Körper des Wirts, weil sich der Erreger nicht im Speichel sondern im
Magen - Darmtrak t befindet befindet. (Im Gegensatz zum FSME-Virus, der sofort mit dem Speichel übertragen werden kann.)

Vorab noch ein Wort zur Vorbeugung der Lyme-Krankheit:
Natürlich sollte die Zecke so schnell als möglich vollständig entfernt werden, dazu gibt es spezielle Vorrichtungen (z.B. www.zeckenschlinge.de). In entsprechenden Risikogebieten sollte man sich ein solches Instrument vielleicht doch zulegen. Nach einem Bericht der Ärztezeitung kann die Lyme mit einer Verabreichung von 200 Milligramm Doxycyclin binnen drei Tagen nach einem Zecken biß bzw. Zec kenst ich wirksam verhindert werden. Eine solche Vorbeugung ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Kontaktzeit mit der Zecke mehr als 12 Stunden betragen hat. Unterhalb dieses Zeitlimits ist eine Übertragung der Erreger sehr unwahrscheinlich. Sicherheitshalber kann man nach Entfernung der Zecke dieselbe mit zum Arzt bringen, mittels Laboruntersuchungen kann dann festgestellt werden, ob diese Zecke überhaupt Borrel ien in sich hatte und somit die Lyme Krankheit übertragen konnte.


Symptomatik (= Entwicklung von Krankheitszeichen):

Die Ly me-Kran kheit ist eine Multisystemerkrankung und läuft in 3 Stadien ab. Die variable Symptomatik reicht von akuten Hautläsionen (Erythema chronicum migrans) bis hin zu schweren rheumatologischen, neurologischen und kardialen (= das Herz betreffenden) Manifestationen (= Erscheinungen).  

Die Ly me-Kran kheit ist eine Multisystemerkrankung und läuft in 3 Stadien ab. Die variable Symptomatik reicht von akuten Hautläsionen (Erythema chronicum migrans) bis hin zu schweren rheumatologischen, neurologischen und kardialen (= das Herz betreffenden) Manifestationen (= Erscheinungen). Grundsätzlich kann jede der klinischen Manifestationen (= Krankheitszeichen) isoliert, aber auch in Kombinationen auftreten. 


Hier ein Ausschnitt bzw. Zusammenfassung der verschiedenen Symptome der Lyme-Krankheit (Lyme Krankheit):

Diagnostik bei Lyme-Krankheit:
Anhand der oben aufgeführten verschiedenen Kran kheitsbilder und der Beson derheit des Erregers kann man die Schwierigkeit der Diagnostik erahnen. Die wichtigsten klinischen Kriterien sind jedoch: 

  1. Der Zec kenstich
  2. Die Hau trötung
  3. Die Matt igkeit und andauernde Müdigkeit
  4. Grippe ähnliche Symptome
  5. Gelen kbeschwerden bzw. Gelenksschmerz
     

Labordiagnostik bei Lyme Krankheit

  1. Der direkte Erreger nachweis (mi krobiologisch) durch Aufzucht der Kulturen aus: Blu t, Liquor (= Hir nwasser), Gewebe und Gelenk flüssigkeit (dieser Nachweis ist sehr aufwendig und birgt einige Fehlerquellen)

  2. Der Nachweis von Antikörper (Elisa, Immunblot ) aus: Blut, Liquor (= Hirnwasser), Gewebe und Gelenk flüssigkeit. Der Nachweis von Antikörpern gilt in den ersten 2-3 Wochen als unzuverlässig. Die Zuverläss igkeit steigt mit der Dauer der Lyme Kran kheit.

  3. Der Nachweis von DN A der Errege r ( durch Pol ymerase-Ket ten-Reaktion): ebenfalls aus Blut, Liquor (= Hirnwasser), Gew ebe und Gelenkflüssigkeit


Differentialdiagnostik
(= was außer Lyme-Krankheit sonst noch an Krankheiten in Frage kommen könnte):

Eine zu nehmende d ifferentialdiagnostische Bedeu tung dürfte die neu entdeckte Hu ma n e Granu locyt en Ehrl ich iose (HGE) erlangen.

Therapie der Lyme-Krankheit: 

Die frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist die wichtigste Methode um die Er krankung in den Griff zu bekommen. In der Anfangsphase ist die Gabe von Tetracyclinen über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen sinnvoll, in der Spätphase sollte mindestens 3-4 Wochen behandelt werden.

Nach erfolgloser antibiotischer Basistherapie kann zur Schmerztherapie bei einer Neuroborreliose (= bei dieser Form der Lyme-Krankheit stehen Nervenbeschwerden im Vordergrund) ambulant zunächst Baclofen (z.B. Lioresal®) versucht werden. Teilweise hilft auch Carbamazepin (z.B. Tegretal®) oder Gabapentin (z.B. Neurontin®) bzw. Pregabalin (Lyrica®) (die Kombination mit Baclofen ist ebenfalls wirksam und spart Carbamazepin bzw. Gabapentin oder Pregabalin ein, womit eine höhere Dosierung und die damit verbundenen Nebenwirkungen vermieden werden kann).
Steht ein
Gelenkschmerz im Vordergrund (Lyme-Arthritis), können nichtsteroidale (= nicht kortisonhaltige) Antirheumatika gegeben werden. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.

Persistierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei Lyme Krankheit leider oftmals sehr hartnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerztherapie.

Sowohl bei der Neuroborreliose als auch Lyme-Arthritis hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) sehr bewährt, insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter. Neben der gewünschten Unterbrechung der Nozizeption (= Schmerzreizweiterleitung) kommt es bei dieser Methode durch gleichzeitige Blockade der Nervenfasern des vegetativen Nervensystems zu einer Sympathikolyse (= Unterbrechung bzw. Aufhebung der Sympathikuswirkung) und damit zu einer Blutgefäßweitstellung, was zu einer enormen Durchblutungssteigerung führt und eine gute Durchblutung wirkt entzündlichen aber auch degenerativen (= abnutzungsbedingten) Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegen.

Methodenbeschrei bung "Kontinuierliche (repet itive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Obersch enkelnerv): Bei dieser Met hode suchen wir von der Vorders eite des Ober schenkels her, handbreit unterhalb des Leisten bandes mit einer Kanü le in der Tie fe den Oberschen kelnerv auf und legen in die Nervensch eide (Gewebsum hüllung des Nerven) einen dünnen Kunststof fschlauch (Kat heter) ein. In den nächsten 2-3 Woch en spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdün nte ört liche Betäubungsmittellösu ng ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wir kstoffes so, daß die grobe Kraf t und damit die Beweg lichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzem pfindlichkeit deutlich herabgesetz t oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    : (vordere) Obersc
    henkelschmerzen, Kniege lenkschmerzen und zum Teil Un terschenkelbeschwerden (vorderer und innerer Anteil).

  2. Gegen Sch merzen im Hüf t- (auch Hüftgelen k) und Leis tenbereich kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Ple xus lum balis-Bloc kade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsm ittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Obersch enkel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Ner venscheide) und betäubt weitere Nerven, die die genannten Körpergeb iete versorgen.

  3. Nervus ischiadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschen kelrückseite her, handbreit unter dem Ges äß, den Isch iasnerv in der Tiefe mit einer Kan üle auf und legen einen dünnen Kunststof fschlauch in die zugehörige Nervensch eide (Gewebsumhül lung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünn te, örtliche Betäubungsmittel lösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versor gungsgebiet des Ner ven zu einer Verm inderung der Sch merzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreihe it.
    Anwendungsbereiche: rückwärt
    iger Obersch enkel, hinterer und äußerer Un terschenkel, Fuß und Fußgel enke.
  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Kat heters erfolgt nahe der Ach selhöhle am inneren Oberar m oder im seitlichen unteren Halsbere ich (der sog. inters kalenäre Zu gang).
    Anwendungs
    bereiche: der ganze Arm einschließlich Ellen bogen- und Handgelen ke, in der sog. retrog rad hohen Var iante oder beim in terskalenären Zu gang auch das Schul tergelen k.

Wenn Sch merzen aufgrund einer Lyme-Krankheit längerfrist ig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chron ifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadienein teilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somat ische (= körperliche) Behand lung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzl ich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Mehr über die Ehrl ichiose erfahren Sie hier: http://www.ehrlich-iose.de

Weitere In formationen zu Zeckenerkran kungen finden Sie bei Selbsthilfegruppen. Falls Sie Interesse haben: www.borrel iose-bund.de (einfach anklicken).

Die i nvasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemet hoden der speziellen Schmerzt herapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen t herapeutischen Einrich tungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kon tinuierlichen Blockaden mittels eingepf lanztem Kat heter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzent ren (Schmerzkli niken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergentheim.

Viele gute Gründe sprechen für eine stat ionäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

Teilweise übernehmen auch Renten versicherungen und Berufsgenossen schaften die Kosten. Zu weiteren Informationen (Behand lungsformen, Beantragun g der Kosten übernahme bei den verschiedenen Kostent rägern, Sch merzambulanz usw.) gelangen Sie hier: http://www.schmerz.com/konzept-und-kostentraeger (einfach anklicken).

Wenn Sie weitere Fragen haben, schicken Sie uns einfach ein kurzes Mail: schmerz@schmerz.com. Wir antworten prompt.

Infos (z.B. Prospekt) können Sie zu jeder Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am Wochenende!
Tel.: +49 (0) 7931 - 545-0 * Fax: +49 (0) 7931 - 545-131

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

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Eine Auswahl weiterer Schmerzthemen
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Aktualisiert:>22.09.2009</> a&bl90-
 

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